Harninkontinenz
Ungewollter Urinverlust ist sehr häufig – und die Beschwerden lassen sich in den meisten Fällen deutlich lindern. Sie müssen sich dafür nicht schämen.
„Kein Mensch muss müssen.“
Übertragen auf dieses Thema: Sie müssen sich mit ungewolltem Urinverlust nicht abfinden.
Formen und Ursachen
Inkontinenzdiagnostik und -therapie gehören zu den Schwerpunkten unserer Praxis — denn ungewollter Urinverlust betrifft weit mehr Menschen, als die meisten denken.
Drang- und Belastungsinkontinenz
In unserer Praxis klären wir vor allem zwei Formen ab. Bei der Belastungsinkontinenz genügen schon Husten, Niesen, Lachen oder eine plötzliche körperliche Anstrengung, damit ungewollt etwas Urin abgeht — der Beckenboden hält dem kurzen Druckanstieg im Bauchraum nicht mehr stand. Bei der Dranginkontinenz ist es umgekehrt: Ein plötzlicher, kaum zu unterdrückender Harndrang zwingt zur Toilette, oft schneller, als der Weg dorthin erlaubt. Beide Formen zählen zu den häufigsten Beschwerden, mit denen Patientinnen und Patienten zu uns kommen.
Betroffen sind dabei keineswegs nur ältere Menschen. Auch junge Frauen leiden darunter, nicht selten nach einer Schwangerschaft, wenn Beckenboden und Blasenhals durch Geburt und die hormonelle Umstellung vorübergehend geschwächt sind. Wer das bei sich bemerkt, muss damit nicht allein bleiben: Scheuen Sie sich nicht, uns darauf anzusprechen — die Beschwerden lassen sich in den meisten Fällen deutlich lindern.
Weitere Ursachen
Ein schwacher Beckenboden ist nur eine mögliche Ursache unter vielen. Auch Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, neurologische Erkrankungen — etwa Multiple Sklerose, Parkinson oder ein Schlaganfall — oder ein Zustand nach Operationen im kleinen Becken können einen ungewollten Urinverlust auslösen. Weil die Ursachen so unterschiedlich sind, steht am Anfang jeder Behandlung eine sorgfältige Abklärung.
Diagnostik
Am Anfang jeder Behandlung steht das ausführliche Gespräch: Seit wann besteht der Urinverlust, in welchen Situationen tritt er auf, welche Vorerkrankungen und Medikamente könnten eine Rolle spielen. Oft hilft dabei ein Miktionstagebuch, in dem Sie für einige Tage festhalten, wann und wie viel Sie trinken und wie oft und wie dringend Sie zur Toilette müssen.
Was zur Abklärung gehört
- Ausführliche Anamnese und Miktionstagebuch
- Körperliche Untersuchung
- Ultraschall von Blase und Beckenboden, unter anderem zur Bestimmung des Restharns
Aus diesen Bausteinen ergibt sich ein genaues Bild der zugrundeliegenden Störung — und damit die Grundlage für eine Therapie, die zu Ihnen passt, statt nach Schema zu behandeln.
Ein Miktionstagebuch hält über mehrere Tage fest, wann und wie viel getrunken wird und wie oft und wie dringend die Toilette aufgesucht wird. Der Restharn ist die Urinmenge, die nach dem Wasserlassen in der Blase zurückbleibt — er lässt sich schmerzlos per Ultraschall bestimmen.
Therapie
An erster Stelle steht bei uns immer die konservative Therapie: Beckenbodengymnastik, bei Bedarf eine medikamentöse Behandlung und — insbesondere bei einer Schwäche des Schließmuskels — ein gezieltes Biofeedback-Training der Beckenbodenmuskulatur oder eine Elektrostimulationstherapie.
Führt die konservative Therapie nicht zu einer zufriedenstellenden Besserung der Beschwerden, prüfen wir, ob eine operative Behandlung infrage kommt. Ist das der Fall, verweisen wir Sie an spezialisierte Kolleginnen und Kollegen in Münster und Umgebung, die den Eingriff durchführen.

Auch im Menüpunkt Urologie der Frau finden Sie weitere Informationen, insbesondere zur Beckenbodenfunktionsdiagnostik.
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Online Termin vereinbarenMedizinisch geprüft durch die Ärzte der Urologie am Hohenzollernring. Stand: August 2026.