Bakterielle Infektionen des Urogenitaltraktes
Ob akut, chronisch oder ganz unbemerkt — Infektionen des Urogenitaltrakts zeigen sich sehr unterschiedlich. Gemeinsam ist ihnen, dass es sich lohnt, früh nachzusehen.
Akute Infektionen
Am deutlichsten meldet sich eine Infektion, wenn sie akut ist. Beschwerden beim Wasserlassen, Schmerzen in der Nierengegend oder an der Prostata, dazu Fieber, oder eine schmerzhafte Schwellung im Genitalbereich: Solche Beschwerden weisen oft auf eine bakterielle Infektion hin und sollten schnell behandelt werden.
Damit müssen Sie nicht auf den nächsten regulären Termin warten. Bei akuten, dringlichen Beschwerden stehen wir Ihnen nach telefonischer Anmeldung auch noch am selben Tag in unserer Akutsprechstunde zur Verfügung.
Akutsprechstunde: Bitte rufen Sie vorher an — 0251 - 47092.
Chronische Infektionen
Nicht jede Infektion meldet sich so deutlich. Manche Entzündung heilt nicht richtig aus, manche kehrt immer wieder — und dann lautet die Frage nicht mehr, was gerade akut ist, sondern warum es nicht aufhört. Solche Verläufe sollten fachurologisch in der Sprechstunde abgeklärt werden. Was dafür nötig ist, entscheidet sich je nach Bedarf im Einzelfall.
Was zur Abklärung gehört
- Sonographie
- Spezielle Laboruntersuchungen
- Wenn nötig, eine endoskopische Untersuchung
Therapie
Steht die Ursache fest, steht uns für die Behandlung mehr als ein Weg offen. Neben der manchmal notwendigen Antibiotikagabe gehören dazu auch pflanzliche Wirkstoffe und funktionelle Behandlungsansätze.
Anatomische Ursachen
Manchmal liegt es aber gar nicht am Erreger. Abflussstörungen aus den Nieren oder der Blase sind häufige Infektionsursachen — steckt eine solche anatomische Ursache dahinter, kann auch einmal eine operative Behandlung notwendig werden.
Sexuell übertragbare Infektionen (STI)
Und dann gibt es Infektionen, die kaum etwas von sich merken lassen. Sexuell übertragbare Infektionen machen häufig nur unterschwellig Beschwerden, manchmal werden sie gar nicht bemerkt — und unbemerkt an Sexualpartner weitergegeben. Wer nichts spürt, hat eben auch keinen Anlass, nachsehen zu lassen. Genau darin liegt das Risiko.
Wer sich testen lassen möchte
Der Wunsch nach einem Test entsteht deshalb meist nicht aus Beschwerden, sondern aus einer Lebenssituation:
Typische Anlässe
- Frauen und Männer in einer festen Partnerschaft, die künftig ungeschützten Geschlechtsverkehr haben möchten
- Paare mit Kinderwunsch, die vorher Sicherheit haben möchten
- Sexuell aktive Menschen ohne feste Partnerschaft, bei denen es — trotz besseren Wissens — doch einmal zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr gekommen ist
Ihnen allen bieten wir den Ausschluss der häufigsten STI als Wunschleistung an.
Wenn etwas gefunden wird
Wird tatsächlich eine Infektion nachgewiesen, ist das selten allein Ihre Sache. Auch Ihre Sexualpartnerinnen und Sexualpartner sollten sich dann untersuchen und, wenn nötig, mitbehandeln lassen. Sonst kann die Infektion nach einer erfolgreichen Behandlung von dort wieder zurückkommen — und alles beginnt von vorn.
Beides ist bei uns möglich: Wir nehmen Ihre Partnerin oder Ihren Partner mit auf. Nötig ist dafür allerdings ein eigener Termin.
Was die Versicherung übernimmt
Bei bestimmten Voraussetzungen ist eine Abklärung über die gesetzliche Krankenversicherung möglich, in vielen anderen Fällen leider nicht. Privat Versicherte haben es damit oft leichter — sicher sein können Sie sich aber auch dort nicht. Ob und in welchem Umfang Ihre Versicherung die Untersuchung übernimmt, hängt vom Tarif ab und davon, aus welchem Anlass sie erfolgt. Klären Sie das im Zweifel vorab mit ihr.
Eine Wunschleistung ist eine Untersuchung, die auf eigenen Wunsch und ohne medizinischen Anlass erfolgt — also nicht, weil Beschwerden oder ein konkreter Verdacht dazu Anlass geben.
Zur Abklärung bei unerfülltem Kinderwunsch finden Sie mehr im Menüpunkt Kinderwunsch.
Darüber reden
Bei alldem ist die größte Hürde oft nicht die Untersuchung, sondern das Gespräch davor. Sexualität ist ein wichtiger Bestandteil im Leben vieler Menschen. Zu den lust- und sinnvollen Aspekten der Sexualität gehört auch Verantwortung — für seine Partnerin oder seinen Partner und für sich selbst.
Manchmal braucht es etwas Mut, über Sex, Kondome, Verhütung und den Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI) und HIV zu reden.
Aber es lohnt sich!
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