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Früherkennung und Prävention urologischer Erkrankungen

Viele urologische Erkrankungen lassen sich verzögern oder ganz verhindern, wenn man sie früh erkennt. Deshalb liegt ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Praxis auf Prävention und Vorsorge.

„Das ganze Geheimnis, sein Leben zu verlängern, besteht darin, es nicht zu verkürzen.“
Ernst von Feuchtersleben

Präventionsmedizin

Wir wollen, dass Sie gesund bleiben – und vorbeugen ist besser als heilen. Von der Prävention profitiert jeder.

Deshalb nehmen wir uns viel Zeit für eine ausführliche Anamnese. Welche Untersuchungen für Sie sinnvoll sind, hängt davon ab, was Sie mitbringen: Ihr Alter, Ihre Familiengeschichte, Ihre Lebens- und Arbeitsumstände. Auf dieser Grundlage erfassen wir mit einer umfassenden Diagnostik Ihre individuellen Risikofaktoren.

Früherkennungsuntersuchungen

Früherkennung verfolgt zwei Ziele. Das erste ist bekannt: die häufigsten Krebserkrankungen durch regelmäßige ärztliche Untersuchungen frühzeitig zu erkennen.

Das zweite wird leicht übersehen. Früherkennung soll auch Risikofaktoren aufdecken, die das spätere Leben ungünstig beeinflussen können – lange bevor daraus eine Erkrankung geworden ist.

Als spezialisierte Fachärzte möchten wir Ihnen deshalb ans Herz legen, den medizinischen Fortschritt für Ihre persönliche Sicherheit zu nutzen. Zusätzliche Ultraschall- und spezielle Labordiagnostik grenzen Ihr individuelles Krankheitsrisiko genauer ab und erfüllen damit die Erwartungen, die Sie an eine Vorsorgeuntersuchung stellen.

Gesetzliche Früherkennung

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ein festes, nach Alter gestaffeltes Programm. Es ist für alle gleich – unabhängig davon, was Sie persönlich mitbringen.

  • Ab dem 35. Lebensjahr (alle Geschlechter) – alle zwei Jahre

    Hautkrebs-Screening: Untersuchung der gesamten Haut auf verdächtige Veränderungen. (Diese Untersuchung führen wir nicht durch – wenden Sie sich dafür an eine dermatologische oder hausärztliche Praxis.)

  • Ab dem 45. Lebensjahr (Mann) – jährlich

    Gezielte Anamnese, Inspektion und Abtasten des äußeren Genitales einschließlich der zugehörigen Hautpartien, Abtasten der Prostata vom Enddarm aus und Abtasten der Lymphknoten in der Leistenregion – dazu die Mitteilung der Befunde und ein Beratungsgespräch.

  • Ab dem 50. Lebensjahr (Mann / Frau)

    Einmalig eine ärztliche Beratung zur Darmkrebsfrüherkennung. Danach wahlweise zwei Darmspiegelungen im Abstand von mindestens zehn Jahren – oder alle zwei Jahre ein immunologischer Stuhltest auf verstecktes Blut (iFOBT).

Was dieses Programm nicht enthält

Dieses Programm ist ein Mindestprogramm. Sein urologischer Teil besteht aus Befragung und Tastbefund – Ultraschalluntersuchungen der urologischen Organe sind darin nicht enthalten, obwohl die meisten urologischen Tumore und Erkrankungen genau dabei gefunden werden.

Im Leistungskatalog enthalten

  • Befragung (Anamnese)
  • Tastuntersuchung von Prostata, äußerem Genitale und Lymphknoten

Nicht enthalten

  • Ultraschall der urologischen Organe
  • PSA-Bestimmung im Blut

Für die Früherkennung von Prostatakrebs kommt hinzu: Die ärztliche Leitlinie, an der wir uns dabei orientieren, empfiehlt die Tastuntersuchung nicht mehr als Früherkennungsmethode – sie bleibt Teil der individuellen Risikoabschätzung – und empfiehlt stattdessen, Männern ab 45 Jahren nach ärztlicher Beratung einen PSA-Test anzubieten: die Messung des prostataspezifischen Antigens, eines Eiweißes, das die Prostata bildet und das sich im Blut bestimmen lässt. Genau dieser Test ist keine Kassenleistung – der Leistungskatalog ist dieser Entwicklung bisher nicht gefolgt.

Was wir Ihnen darüber hinaus anbieten, finden Sie unter Erweiterte Früherkennung.

„Gesundheit ist unser höchstes Gut. Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles Nichts.“
Arthur Schopenhauer

Die Angaben oben folgen den Krebsfrüherkennungs-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (öffnet in neuem Fenster); für die Darmkrebsfrüherkennung gilt die zum 1. April 2025 geänderte Fassung.

Erweiterte Früherkennung

Was die Kasse nicht abdeckt, bieten wir Ihnen als erweiterte Früherkennung an. Diese Untersuchungen setzen genau dort an, wo das gesetzliche Programm aufhört.

PSA-Wert und Urinzytologie

Die PSA-Bestimmung im Blut ist heute der Kern der Prostatakrebs-Früherkennung. Die ärztliche Leitlinie empfiehlt, sie allen Männern ab 45 Jahren nach ärztlicher Beratung anzubieten. Wir empfehlen sie Ihnen ausdrücklich, bei familiärer Belastung auch früher.

In welchem Abstand der Wert kontrolliert werden sollte, richtet sich nach Ihrem Ausgangswert – die Leitlinie sieht dafür gestaffelte Intervalle vor. Wo es sinnvoll ist, ergänzen wir weitere Tumormarker.

Die Urinzytologie dient der Früherkennung von Tumoren der Blase und der oberen Harnwege, also von Niere und Harnleiter. Sie ergänzt die Diagnostik, wenn Blut im Urin abzuklären ist, und ist vor allem für Raucher und für Menschen aus bestimmten Berufsgruppen wichtig – etwa Friseure oder Industriearbeiter.

Ultraschall der urologischen Organe

Im Ultraschall beurteilen wir Nieren, Blase, Prostata, Samenblasen, Hoden und Nebenhoden: Größe und Beschaffenheit der Organe, und ob sich Tumore, Steine oder andere Erkrankungen zeigen.

Die DUPLEX-Sonographie kommt hinzu, wo der Gefäßstatus und die Durchblutung der urologischen Organsysteme beurteilt werden müssen.

Transrektaler Ultraschall der Prostata

Die Untersuchung wird über den Enddarm durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Sie ist ungewohnt, aber nicht schmerzhaft.

Der transrektale Ultraschall ermöglicht die exakte Größenbestimmung der Prostata und die Beurteilung von Binnengewebe und Organstruktur. Er verbessert damit die Früherkennung des Prostatakrebses.

Auch für gesetzlich Versicherte

Die erweiterte Früherkennung ist keine Kassenleistung – Privatpatienten vorbehalten ist sie deshalb nicht. Als gesetzlich Versicherter können Sie dieselben Untersuchungen als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) in Anspruch nehmen.

Für den PSA-Test heißt das ganz konkret: Was die Leitlinie zu empfehlen vorsieht, können wir Ihnen nur als IGeL anbieten. Die Lücke liegt im Leistungskatalog, nicht in der Evidenz.

Das ist auch dort angekommen, wo darüber entschieden wird: Der Gemeinsame Bundesausschuss prüft seit Oktober 2025, ob ein risikoadaptiertes Screening mit PSA-Wert und MRT in den Leistungskatalog aufgenommen wird. Ein Ergebnis wird bis Oktober 2027 erwartet – für eine Früherkennung, die heute ansteht, ist das keine Wartezeit.

Was in Ihrem Fall sinnvoll ist, besprechen wir vorher mit Ihnen: Wir sagen Ihnen, was wir empfehlen und warum. Vor jeder IGeL erhalten Sie von uns einen schriftlichen Kostenvoranschlag – Sie entscheiden in Ruhe und ohne Zeitdruck. Sprechen Sie uns einfach an, telefonisch unter 0251 - 47092.

Bedienpult eines Ultraschallgeräts unserer Praxis mit Schallkopf und Touchscreen
„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
Aristoteles

Wenn wir von „der Leitlinie“ sprechen, meinen wir die S3-Leitlinie Prostatakarzinom (öffnet in neuem Fenster): die Empfehlung, auf die sich die Deutsche Gesellschaft für Urologie mit 21 weiteren Fachgesellschaften und mit Patientenvertretern gemeinsam geeinigt hat. „S3“ ist die höchste Qualitätsstufe, die eine medizinische Leitlinie in Deutschland erreichen kann: Sie setzt voraus, dass die weltweite Studienlage systematisch ausgewertet und das Ergebnis von allen Beteiligten gemeinsam beschlossen wurde. Die aktuelle, achte Fassung stammt von Juli 2025.

Und wenn tatsächlich etwas gefunden wird? Was dann an Behandlung folgt und welcher Teil davon in unserer Praxis stattfindet, beschreibt die Seite Medikamentöse Tumortherapie.

Sie möchten eine Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen? Rufen Sie uns an unter 0251 - 47092 – oder buchen Sie Ihren Termin direkt online.

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Medizinisch geprüft durch die Ärzte der Urologie am Hohenzollernring.